Ethos-Richtlinien zur Ausübung der Stimmrechte 2018: neue Anforderungen an den Vergütungsbericht

Die Ethos Stiftung veröffentlicht die 17. Ausgabe ihrer Richtlinien zur Ausübung der Stimmrechte und Grundsätze zur Corporate Governance. Die Ausgabe 2018 verdeutlicht insbesondere die Erwartungen von Ethos in Bezug auf die Genehmigung der Vergütungsberichte bei börsenkotierten Unternehmen. Ethos erwartet von den Unternehmen vor allem mehr Transparenz über die variablen Vergütungen, welche mehrere Jahre nach ihrer Zuteilung am Ende der Leistungsbemessungsperiode ausbezahlt wurden.

Ethos Studie über die Generalversammlungen 2017: Der Widerstand nimmt zu

Der Widerstand der Aktionäre ist 2017 gestiegen, dies zeigt die jährliche Ethos Studie über die Generalversammlungen, Vergütungen und Corporate Governance der in der Schweiz kotierten Unternehmen. Insgesamt wurden 14% der Anträge mit weniger als 90% Ja-Stimmen von den Aktionären angenommen, im Vergleich zu 12% im vergangenen Jahr. Bei den Abstimmungen über die Vergütungen der Führungsinstanzen zeigten sich die Aktionäre besonders kritisch. Parallel zur Veröffentlichung ihrer Studie gibt Ethos auch ihre Erwartungen an den zurzeit im Parlament beratenen Entwurf zur Revision des Aktienrechts bekannt.

Ja zu mehr Transparenz bei den Beratungsmandaten der Proxy Advisors (Stimmrechtsberater)

Die Schweizer Börse SIX Swiss Exchange hat eine neue Bestimmung ihrer Richtlinie betr. Informationen zur Corporate Governance in die Vernehmlassung gegeben. Die Bestimmung soll die kotierten Gesellschaften verpflichten, die Namen der Proxy Advisors (Stimmrechtsberater) zu veröffentlichen, die sie mit anderen Dienstleistungen als den Stimmempfehlungen betraut haben. In diesen Fällen sollen auch die Honorare dieser Proxy Advisors bekanntgegeben werden. Ethos befürwortet diese neue Bestimmung, mit der die Interessenkonflikte gewisser Stimmrechtsberater vermieden werden sollen.

Sika-Generalversammlung: Ethos erneuert ihre Unterstützung der Verwaltungsratsmitglieder ohne Verbindung zur Familie Burkard

An der Generalversammlung der Sika vom 11.4.2017 wird die Ethos Stiftung die Wiederwahl der sechs Verwaltungsratsmitglieder ohne Verbindung zur Familie Burkard empfehlen. Diese setzen sich seit mehr als zwei Jahren zum Erhalt der Unabhängigkeit von Sika gegen die feindliche Übernahme durch Saint-Gobain ein. Ethos empfiehlt dahingegen, die Entlastung sowie die Wiederwahl der drei die Familie Burkard vertretenden Verwaltungsratsmitglieder (Urs Burkard, Willi Leimer, Jürgen Tinggren) abzulehnen. Weiterhin empfiehlt Ethos, die Wahl von Prof. Jacques Bischoff, einem Vertreter der SWH, abzulehnen, der von der Familie Burkard nach Ablauf der Traktandierungsfrist zur Wahl in den Verwaltungsrat vorgeschlagen wurde.

Ethos lanciert den ersten Schweizer Börsenindex, der Corporate Governance Risiken berücksichtigt

Auf ihr 20-jähriges Jubiläum lanciert die Ethos Stiftung einen neuen Börsenindex, der Corporate Governance Themen bei Schweizer Unternehmen berücksichtigt. In Zusammenarbeit mit der Schweizer Börse (SIX Swiss Exchange) publiziert Ethos den Index « Ethos Swiss Corporate Governance Index (ESCGI) », welcher zur Bestimmung der Gewichtung der Unternehmen innerhalb dieses Index die wesentlichen Kriterien einer Good Governance miteinbezieht. Es handelt sich um den ersten Index dieser Art an der Schweizer Börse, welcher es den Investoren ermöglicht, die Gewichtung von Unternehmen mit Governance Risiken zu reduzieren.

Ethos-Richtlinien zur Ausübung der Stimmrechte 2017: neue Anforderungen der Good Corporate Governance

Die Ethos Stiftung veröffentlicht die 16. Ausgabe ihrer Richtlinien zur Ausübung der Stimmrechte und Grundsätze zur Corporate Governance. Die Ausgabe 2017 sieht namentlich vor, den Einsitz von Mitgliedern der Geschäftsleitung im Verwaltungsrat von kotierten Unternehmen nicht mehr zu akzeptieren. Zudem ist vorgesehen, die maximale Mandatsdauer für die Revisionsstelle auf 20 Jahre festzulegen, gemäss der von der EU adoptierten Praxis. In Bezug auf die Genehmigungen, Kapital für allgemeine Zwecke ohne Bezugsrecht auszugeben, darf der genehmigte Betrag 15% des ausgegebenen Kapitals nicht übersteigen, anstelle der 20% bis anhin. Schliesslich wird den Führungsinstanzen im Fall von Kapitalverlust oder Überschuldung die Entlastung nicht erteilt.

Sika: Ethos begrüsst die Entscheidung des Kantonsgerichts Zug

Ethos nimmt die Abweisung der Klage der Familie Burkard gegen den Verwaltungsrat von Sika durch das Kantonsgericht Zug mit grosser Genugtuung zur Kenntnis. Das Urteil bestätigt das Recht des Verwaltungsrats, die Stimmrechte der Familie Burkard bei Abstimmungen, die den Verkauf ihrer Aktien an den Konkurrenten Saint-Gobain betreffen, zu beschränken. Die vom Verwaltungsrat, der Geschäftsleitung und der Mehrheit der Aktionäre, zu denen auch Ethos gehört, verfochtene Unabhängigkeit bleibt somit erhalten. In Anbetracht der Bedeutung dieses Urteils für Sika und den Wirtschaftsstandort Schweiz erhält Ethos ihren Status als Nebenintervenientin in diesem Rechtsstreit aufrecht, falls die Familie Burkard gegen den Entscheid des Gerichts Beschwerde einlegt.

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