Ethos hat heute ihr 20-jähriges Jubiläum gefeiert. Aus diesem Anlass fand eine Feier unter dem Motto «Als Anleger gestalten wir die Welt von morgen» statt, welchem schon der erste Jahresbericht von Ethos 1997 gewidmet war. Zu den Gastreferentinnen und -referenten zählten Bundesrätin Simonetta Sommaruga, Dr. Jörg Reinhardt, Verwaltungsratspräsident von Novartis, Ständerätin Karin Keller-Sutter und alt Ständerat Luc Recordon. Parallel zu ihrem 20-Jahr-Jubiläum veröffentlicht Ethos ihre 8 Prinzipien für nachhaltige Anlagen.

Als Anleger gestalten wir die Welt von morgen

Die Feier wurde von Dr. Dominique Biedermann, Präsident der Ethos Stiftung und einer ihrer Mitbegründer, eröffnet. Er hat an die Herausforderungen erinnert, die sich beim Aufbau einer vollständig dem nachhaltigen Investieren gewidmeten Struktur stellten. 20 Jahre später ist der Leitfaden der gleiche geblieben: «Die Rentenersparnisse rund um nachhaltiges Investieren zu mobilisieren erlaubt es nicht nur, eine erstklassige Rentabilität zu erzielen, sondern trägt auch dazu bei, dass die Unternehmen ihre Corporate Governance verbessern und ihre Umwelt- und soziale Verantwortung stärken. In diesem Sinne können wir effektiv dazu beitragen, die Welt von morgen zu gestalten.»

Transparenz als Rahmenbedingung

Frau Bundesrätin Simonetta Sommaruga hat anschliessend den Standpunkt des Bundesrates zu den Rahmenbedingungen für die nachhaltige Anlage in sozial verantwortliche Unternehmen vorgestellt. Gemäss Simonetta Sommaruga geschieht dies notwendigerweise über die Transparenz der Unternehmen in ihren internationalen Aktivitäten. «Wer wissen will, was ein Unternehmen Wert ist, muss auch wissen, wieviel wert dem Unternehmen Menschenrechte und Umwelt sind.»

Grenzen der Selbstregulierung?

In einer Gesprächsrunde wurde das gute Funktionieren der Selbstregulierung im Rahmen der Umwelt- und Sozialverantwortung der Unternehmen diskutiert. Frau Karin Keller-Sutter, Ständerätin, und Herr Luc Recordon, alt Stände- und Nationalrat, legten ihre jeweiligen Standpunkte dar. Das Publikum im Saal wurde anschliessend mittels elektronischer Abstimmung zu diesem Thema befragt. «Funktioniert die Selbstregulierung in der Schweiz bei der guten Corporate Governance sowie bei der Umwelt- und Sozialverantwortung?» 53% des Publikums war der Ansicht, dies sei eher nicht der Fall.

Für den Präsidenten von Novartis ist der Aktionärsdialog unverzichtbar

Dr. Jörg Reinhardt, Verwaltungsratspräsident von Novartis, hat danach die Wichtigkeit des regelmässigen Dialogs mit den institutionellen Anlegern unterstrichen. Er erläuterte, dass die Anleger immer mehr Verantwortung von den kotierten multinationalen Unternehmen erwarten. Ihrerseits erhofften sich die Unternehmen von den Anlegern mehr Transparenz und einen langfristigen Anlagehorizont, um die Entwicklung von Strategien zur langfristigen Wertschöpfung zu unterstützen. Dr. Reinhardt hob die Schlüsselrolle von Ethos hervor: «In den vergangenen 20 Jahren wurden in der Schweiz dank Ethos grosse Fortschritte im Bereich der Corporate Governance erzielt.»

Die zukünftigen Generationen haben das Wort

Zum Abschluss der Feier kam die künftige Generation zu Wort, vertreten durch Frau Johanna Michel, Stellvertretende Geschäftsleiterin des Bruno Manser Fonds. Frau Michel unterstrich die Bedeutung für die zukünftigen Generationen der Integration von Konzepten der Verantwortung in die Verwaltung von Pensionsgeldern, indem das Investieren in Unternehmen vermieden wird, welche Menschenrechte nicht achten, sich der Korruption schuldig machen oder die natürliche Umwelt zerstören.

Veröffentlichung der 8 Ethos-Prinzipien für nachhaltige Anlagen

Dieses Jubiläum ist für Ethos auch der Anlass, ihre 20-jährige Erfahrung im Bereich des sozial verantwortungsvollen Investierens zu konkretisieren, indem sie acht Prinzipien für nachhaltige Anlagen veröffentlicht. Diese stützen sich auf die Charta der Ethos Stiftung, die wiederum auf dem Konzept der nachhaltigen Entwicklung basiert. Diese Prinzipien bilden einen kohärenten Prozess und müssen von sozial verantwortungsbewussten Anlegern eingehalten werden. Als sozial verantwortungsbewusster Anleger zu handeln beschränkt sich für Ethos nicht darauf, Aktien gemäss Umwelt-, Sozial- und Corporate-Governance-Kriterien auszuwählen, sondern die gesamten Aktionärsrechte, wie die Stimmrechte und das Aktionärsengagement, auszuüben. Wird damit kein Ergebnis erzielt, sieht das 8. Ethos-Prinzip verschiedene Massnahmen vor, welche die Intensivierung und Ausweitung der Handlungsmöglichkeiten erlauben, wie z.B. das Einreichen von Aktionärsanträgen an der Generalversammlung.

 

Die acht Ethos-Prinzipien für nachhaltige Anlagen